Hast du schon mal etwas von Yoni Steaming gehört? Ich kannte den Ausdruck auch nicht, bis mir eine Kundin mit voller Begeisterung davon erzählte. Die auch Vaginal Steaming genannte Prozedur ist keine neue Erfindung. In Indonesien, Thailand und in afrikanischen Kulturen in Mosambik und Südafrika ist das Dampfbad für die Vulva bereits seit Jahrhunderten bekannt.

Klingt spannend? Dann lass uns gemeinsam genauer anschauen, welche Vorteile die Behandlung mit Wasserdampf und Kräutern mit sich bringt und wie du das zuhause durchführen kannst. Vielleicht fragst du dich, ob das Dampfbad tatsächlich gut für deinen Intimbereich ist. Hier erfährst du alles, was du über das Yoni Steaming wissen musst.

Welche Vorteile bietet das Yoni Steaming?

Beim Yoni Steaming bekommt dein Genitalbereich ein Dampfbad mit Heilkräutern. Viele Frauen schätzen das Yoni Steaming vor allem als Entspannungsritual. Die Wärme regt die Durchblutung an und löst Muskelverspannungen. Das kann bei Menstruationsbeschwerden helfen, da es dein Unterleib entkrampft. Wenn du Schmerzen beim Sex hast, oder deine Vagina sehr trocken ist, dann könnte das Sitzdampfbad auch für dich interessant sein. In Kombination mit den richtigen Heilkräutern entfaltet der warme Dampf zudem eine entzündungslindernde Wirkung.

Yoni Steaming zuhause: Wie funktioniert es?

Das Yoni Steaming kannst du ganz einfach zuhause durchführen. Alles, was du dafür brauchst ist Folgendes: einen grossen Topf, Wasser, getrocknete oder frische Heilkräuter, einen Stuhl und eine Decke.

Und so geht’s:

Bringe Wasser in einem grossen Topf zum Kochen. Füge mehrere Esslöffel Kräuter hinzu. Wenn du getrocknete Kräuter verwendest, reichen etwa drei Esslöffel aus. Bei frischen Kräutern darf es etwas mehr sein. Lasse den Kräutersud etwa zehn Minuten bei mittlerer Hitze köcheln. Anschliessend muss das Dampfbad einige Minuten abkühlen. Der Dampf sollte sich auf der Haut nicht mehr brennend heiss, sondern angenehm warm anfühlen.

Stelle den Topf unter einen Stuhl und setze dich ohne Unterwäsche und mit leicht geöffneten Beinen auf die Stuhlkante. Damit der Wasserdampf nicht zu den Seiten entweichen kann, legst du dir eine grosse Decke über den Schoss. Das Dampfbad lässt du für etwa 20 Minuten wirken. Tupfe deinen Intimbereich anschliessend mit einem weichen Handtuch trocken und zieh dir warme Unterwäsche an.

Welche Kräuter eignen sich für das Yoni Steaming?

Die Kräuter für dein Dampfbad kannst du ganz entsprechend deiner Bedürfnisse auswählen. Lavendel wirkt zum Beispiel entspannend, Thymian ist antibakteriell und löst Krämpfe, Rosmarin beruhigt die Nerven. Kamille, Ringelblume und Calendula wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung. Weiterhin eignen sich Himbeerblätter, Salbei, Wermut, Frauenmantel und Brennnessel.

Birgt das Yoni Steaming auch Risiken?

Die Vagina braucht eigentlich keine grosse Hilfe, um sich gesund zu erhalten. Schleimhäute und Bakterien verhindern das Eindringen von schädlichen Krankheitskeimen. Gynäkologen warnen, dass aggressive Waschsubstanzen und übertriebene Körperpflege die natürliche Schutzfunktion der Vagina ausser Kraft setzen und den pH-Wert der Scheidenflora durcheinander bringen können. Daher solltest du das Yoni Steaming nicht zu häufig anwenden. Ideal ist es eine Woche vor und eine Woche nach der Menstruation, um Krämpfe zu lösen und Beschwerden vorzubeugen.

Achte darauf, dass du den Kräutersud immer ausreichend abkühlen lässt. Zu heisser Dampf führt zu Verbrühungen, die gerade im Intimbereich sehr schmerzhaft sein können. Naturprodukte wie Blüten und Kräuter bergen zudem immer das Risiko einer allergischen Reaktion. Verwende nur Heilpflanzen, auf die du sicher nicht allergisch bist. Weitere Tipps für eine gesunde Scheidenflora findest du in meinem Artikel: Praktische Tipps zur Intimpflege.

Während der Periode oder der Schwangerschaft solltest du kein Dampfbad durchführen. Neigst du zu Pilzinfektionen, dann verzichte ebenfalls auf das Yoni Steaming. Die feuchte Wärme begünstigt nämlich das Pilzwachstum. Hast du schmerzhafte oder länger anhaltende Entzündungen im Vaginalbereich, solltest du diese nicht selbst behandeln, sondern ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

 

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