Heutzutage ist Selbstliebe in aller Munde. Egal ob im Internet, in Ratgebern oder Lifestyle-Magazinen: überall liest man „Liebe dich selbst!“. Das klingt erst mal toll, doch einfach ist die Sache nicht.

Was heisst Selbstliebe konkret?

Es bedeutet, dich selbst anzunehmen und so zu lieben, wie du bist. Dich mit all deinen Stärken und Schwächen wertzuschätzen, unabhängig davon was andere sagen oder was du geleistet hast.

Bedingungslose Liebe eben.

Viele Menschen verwechseln Selbstliebe mit Selbstvertrauen. Dabei gibt es zwischen beiden Konzepten einen grossen Unterschied: Selbstvertrauen ist der Glaube an sich selbst, eine schwierige Aufgabe zu meistern. Selbstliebe bedeutet, sich selbst zu lieben und auch dann zu sich zu stehen, wenn man Fehler macht.

Wie wirkt sich Selbstliebe auf mein Leben aus?

Selbstliebe ist eine Lebenseinstellung, die dein Verhalten massgeblich beeinflusst. Vielleicht glaubst du, du bist es nicht wert, dass andere dich lieben, und lässt dir Sachen gefallen, die nicht okay sind.

Oder du denkst, du hättest es nicht verdient, anerkannt zu werden oder erfolgreich im Job zu sein. Dann gibst du dich mit Tätigkeiten zufrieden, die nicht deinen Fähigkeiten entsprechen und dich langfristig nicht glücklich machen werden. Wenn du dich aber selbst liebst und wertschätzt, machst du dich stark und unabhängig von der Meinung anderer. Das hat übrigens nichts mit Egoismus zu tun, im Gegenteil.

Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, entwickelst du Respekt und Wertschätzung für dich und andere Menschen. Du nimmst deine Grenzen wahr – lernst nein zu sagen – und achtest darauf, nicht ausgenutzt zu werden.

Nicht nur das: Selbstliebe ermöglicht dir einen angemessenen Umgang mit Konflikten oder Kritik. Sie hilft dir dabei, aus Liebe und Verständnis für dich selbst neue Wege zu öffnen und an Rückschlägen zu wachsen. Ohne dabei Zeit mit Schuldzuweisungen zu vergeuden. Du schaffst dir damit eine Basis emotionaler Stabilität, die wichtig für deine mentale Gesundheit und für ein glückliches Leben ist.

Wie entwickelt sich Selbstliebe?

Bereits in frühester Kindheit lernen wir, zu lieben. Die Art und Weise wie unsere Eltern uns behandeln, legt den Grundstein für die Entwicklung der Liebe zu uns selbst und anderen Menschen. Wirst du bedingungslos geliebt und ermutigt, entwickelst du ein gesundes Selbstbewusstsein. Wirst du bei Fehlern mit Liebesentzug bestraft oder nur dann ernst genommen, wenn du gute Leistungen vollbringst, dann lernst du, dass du erst etwas leisten musst, um geliebt zu werden.

In unserer Gesellschaft ist es leider immer noch verpönt, bedingungslos zu sich selbst zu stehen. „Eigenlob stinkt!“ lernen wir schon im Kindesalter. Gerade von Frauen wird oftmals erwartet, bescheiden aufzutreten und eigene Grenzen zu missachten. Bloss nicht egoistisch oder arrogant wirken!

Dazu kommen hohe Anforderungen in Job und Familie, sowie eine Gesellschaft die den Wert eines Menschen an seiner Leistung bemisst. Nicht zu vergessen der Druck, sich immer weiter selbst optimieren zu müssen und nach Perfektion zu streben. Kein Wunder, dass so viele Menschen mit der Selbstliebe zu kämpfen haben. Doch es gibt eine gute Nachricht:

Selbstliebe kann man lernen!

Es ist wirklich so. Selbstliebe kannst auch du lernen. Du brauchst nur Zeit und Geduld mit dir selbst. Ein wichtiger Faktor ist die Selbstfürsorge. Diese kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen. Für die einen bedeutet es, sich weniger anzustrengen und sich mehr Entspannung zu gönnen. Manchmal heisst es aber auch, zu erkennen was man wirklich will und das Leben dementsprechend zu gestalten.

Als Faustregel gilt: lebe so, wie es dir gefällt, denn deine Lebenszeit ist begrenzt. Dazu ist es nötig, dass du ehrlich in dich hineinhörst. Was brauchst du um glücklich zu sein? Was kannst du selbst dafür tun?

Selbstliebe bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu achten. Dazu kann gehören, Grenzen zu setzen und nein zu sagen. Selbstliebe könnte auch bedeuten, öfter mal ja zu sich selbst zu sagen und sich schöne Dinge zu erlauben. Zum Beispiel eine Tantramassage.

Viele Menschen streben nach Perfektion und haben einen inneren Kritiker, der immer etwas zu bemängeln hat. „Wie kann man nur so blöd sein?“, meckert er, sobald etwas nicht perfekt funktioniert. Kommt dir das bekannt vor? Dann ist es höchste Zeit, dich mehr wertzuschätzen und stets positiv über dich selbst zu denken.

Positive Affirmationen können dir dabei helfen, mehr Selbstliebe zu entwickeln und den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen. Wenn dir das schwer fällt, mit positiven Affirmationen zu arbeiten, kann dir ein „innerer Begleiter“ weiterhelfen.

Das kann ein Schutzengel sein, der dich den ganzen Tag begleitet und beobachtet. Jemand, der dich tröstet, wenn du dich schlecht fühlst. Und dich lobt, wenn du etwas gut gemacht hast. Schreib aus der Sicht dieses Schutzengels einen Brief an dich, in dem du alles aufzählst, was du heute gut gemacht hast.

Sich selbst zu loben, ist Balsam für die Seele und fördert die Selbstliebe.

Das bedeutet nicht, dass alles was du machst perfekt ist – im Gegenteil. Du bekommst einen klaren Blick auf dich selbst und auf deine Stärken. Wichtig bei all deinen Bemühungen ist es, Geduld mit dir selbst zu haben. Der Weg zur Selbstliebe ist lang und herausfordernd, doch du solltest ihn gehen. Dir zuliebe.

 

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