Gibt es Momente in deinem Leben, in denen du dir mehr Gelassenheit wünschen würdest?

Regst du dich schnell auf, wenn das Leben nicht so läuft, wie du es gerne hättest? Bringen dich andere Menschen aus der Ruhe, wenn sie sich nicht so verhalten, wie du es für richtig halten würdest? Dann lohnt es sich, meine Geschichte zu lesen!

Gelassenheit – was braucht es dazu?

Ich hatte Feierabend und dachte plötzlich an Sara, die ich seit drei Wochen nicht mehr gesehen hatte. Ich holte mein Handy aus der Tasche und wählte ihre Nummer. »Hey Sara, lebst du noch?«

»Hey Valeriu, ich bin fix und fertig und liege auf dem Sofa. Und du?«

»Ich wollte wissen, wie es dir geht und wie dein Urlaub war. Ich gehe später in die Stadt essen, hast du Lust mitzukommen?«

»Superidee!«, sagte sie. »Ich bin um 19 Uhr vor dem Tibits.«

»Also, dann bis später.«, sagte ich und legte auf.

»Was für ein beschissener Tag.«, sagte sie, als ich sie umarmen wollte.

»Was ist los?«, fragte ich.

»Ach, heute ist irgendwie nicht mein Tag. Ich habe mir heute Morgen den Daumen mit dem Haarglätter verbrannt und auf dem Weg zur Arbeit habe ich beinahe einen Velofahrer überfahren. Die Velofahrer gehen mir jeden Morgen auf den Sack. Manche sind so frech, man muss echt aufpassen.«, antwortete sie.

Ich sah sie mitfühlend an, streckte meine Arme aus und drückte sie fest, um sie zu trösten.

»Erzähl mir, wie es dir geht.«, sagte sie.

»Mir geht es gut. Ich schreibe einen spannenden Artikel für meine Webseite.«

»Und worüber schreibst du?«, wollte sie wissen.

»Genau über dieses Thema.«

»Welches Thema?«

»Dass wir in vielen Situationen einfach mehr Gelassenheit brauchen.«

»Lachst du mich aus?«, fragte sie und boxte mir leicht gegen den Oberarm.

»Sara, du darfst nicht zulassen, dass andere Menschen bestimmen, wie du dich fühlst!«

»Welche Menschen meinst du?«

»Zum Beispiel die Velofahrer, die dir jeden Morgen die Energie rauben.«

»Lass uns essen, ich habe Hunger!«, sagte sie und wirkte nachdenklich.

Wir füllten unsere Teller mit Speisen und nahmen draussen Platz, um die Abendsonne zu geniessen. Tief in Gedanken warf sie einen Blick auf ihren Teller und steckte sich ein ganzes Falafelbällchen in den Mund.

»Wie war dein Urlaub in der Toskana?«, fragte ich, um die Stimmung wieder zu lockern.

»Beschissen!«, antwortete sie.

»Wegen der blöden Coronakrise war unser Lieblingshotel geschlossen. Wir mussten in einer Pension in Florenz übernachten und das Zimmer war echt beschissen.«, fuhr sie fort.

»Du kennst meine Antwort.«, sagte ich und konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. »Das Zimmer ist so, wie es ist. Du kannst es nicht ändern. Wenn dir das Zimmer nicht passt, dann bist du halt mehr draussen und kannst die Naturlandschaft entdecken und geniessen.«

»Das wollte ich auch machen, aber mit David zu reisen macht überhaupt keinen Spass. Er findet Wandern langweilig und beschäftigt sich lieber mit seiner Literatur, als mit mir.«

Ich wollte sie fragen, warum sie mit ihm reist, wenn es ihr keinen Spass macht, aber ich zögerte einen Moment, weil ich etwas im Mund hatte.

»Bin ich wirklich so schlimm?«, fragte sie.

»Du bist überhaupt nicht schlimm. Du bist perfekt. In deiner Welt muss alles so laufen, wie du es willst. Alles andere passt dir nicht und bringt dich aus der Ruhe.«, antwortete ich.

»Ja, und was soll ich machen?«

»Akzeptiere, dass das Leben niemals zu 100% so laufen wird, wie du es willst. Verabschiede dich von der Erwartung, dass andere Menschen sich so verhalten müssen, wie du es für richtig hältst!«

»Du meinst, ich muss akzeptieren, dass David anders denkt und andere Bedürfnisse hat, als ich?«, fragte sie.

«Das wäre grossartig!«, antwortete ich.

»Und vergiss die frechen Velofahrer nicht!«, sagte ich, um sie zu necken.

»Hör auf!«, sagte sie und lachte lauter als ich.

»Du lachst, aber auch du könntest mehr Gelassenheit gebrauchen.«, sagte ich.

»Gelassenheit ist ein Zustand, der nicht von Aussen, sondern von Innen heraus entstehen kann. Gelassenheit ist eine Geisteshaltung, die nur dann entstehen kann, wenn du aufhörst, über andere zu urteilen. Mach dir bewusst, dass du mit deinem Urteil falsch liegen könntest.«, fuhr ich fort.

»Um das zu verdeutlichen, möchte ich dir eine Geschichte erzählen.«, sagte ich. »Ein alter Mann sass auf dem Bordstein und ass ein Stück Brot. Er trug schmutzige Kleider und einen einzigen Schuh. Ein vorbeilaufender Mann sah ihn an und sagte: »Oh, du Armer. Du hast einen Schuh verloren.«. »Nein.« sagte der alte Mann. »Ich habe einen Schuh gefunden.«

»Das stimmt! Wir urteilen zu schnell über Menschen, die wir nicht kennen.«, sagte Sara. »Ich bin so dankbar, dass du mich angerufen hast. Ich war in einem tiefen Loch und fühlte mich nicht gut. Deine Worte geben mir viel Kraft und ich erkenne, dass ich es selbst in der Hand habe. Sag mir bitte, wie ich mehr Gelassenheit im Alltag haben kann.«

Meine besten Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag

#1 Mach dir jeden Tag bewusst, wofür du dankbar bist und du wirst augenblicklich mehr Gelassenheit haben.

#2 Energie folgt der Aufmerksamkeit. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was schön ist. Bei dir und bei anderen!

#3 Achte auf deine Gedanken! Denn deine Gedanken machen dich zu einem Menschen, der glücklich ist und eine gelassene Geisteshaltung hat, oder nicht.

#4 Ändere, was du ändern kannst. Wenn du nicht glücklich in deiner Beziehung bist, dann musst du hier etwas ändern. Du bist für dein Glück verantwortlich, nicht David!

#5 Akzeptiere, was du nicht ändern kannst. Akzeptiere, dass andere Menschen anders sind, anders denken und sich anders verhalten, als du.

#6 Mach regelmässig Dinge, die dir Freude machen – und du tust ganz automatisch etwas für deine eigene Gelassenheit.

#7 Meditation, Yoga, Sport und guter Sex reduzieren Stress und erhöhen deine innere Ruhe und Gelassenheit.

»Danke für deine tollen Tipps. Du hast mir schon mal etwas über Meditation erzählt, kannst du mir bitte noch einmal sagen, was das ist.«

»Meditation heisst „Klappe halten!„«, antwortete ich.

»Klappe halten?«, fragte sie irritiert.

»Ja, um einen ruhigen Geist zu haben, solltest du die Klappe halten und nach Innen schauen. Im Alltag verlierst du schnell die Verbindung zu dir selbst und wirst kribbelig und sensibel. Schliesse deine Augen, atme dreimal tief durch und stelle dir die Frage: »Was brauche ich jetzt, um glücklich und gelassen zu sein?«

»Meditation erweitert dein Bewusstsein. In der Meditation lernst du dich besser kennen. Du lenkst deine Aufmerksamkeit nach Innen und erreichst dabei einen entspannten Bewusstseinszustand. In diesem Zustand wirst du erkennen, was du brauchst, um glücklich und gelassen zu sein. Wann immer du gestresst und kribbelig bist, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Klappe zu halten (ich sag´s noch einmal, damit du es verstehst!) und deine Aufmerksamkeit nach Innen zu lenken.«

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PS: Hier findest du mehr »Tipps für einen entspannten Alltag«.

PPS: Und hier kannst du mehr über meine »Tantramassage« erfahren.

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